Liedduo Knut Schoch – Carsten Linck
Das Lied mit Gitarrenbegleitung war bis weit ins 19. Jahrhundert, dem „goldenen Zeitalter“ der Gitarre, die beliebteste Form, vokal im häuslichen Rahmen zu musizieren. Zu dieser Zeit erschienen unzählige, nicht nur deutschsprachige Kompositionen für diese Besetzung, wahre Meisterwerke im schier unerschöpflichen Liedrepertoire. Erst ab den 1830er Jahren wurde dieser Rang auf der „Beliebtheitsskala“ zunehmend vom Klavier übernommen und das Gitarrenlied allmählich in den Hintergrund gedrängt.

Bis heute beleuchten das Sehnsuchtsvolle der Gitarre, ihre Zartheit und Zerbrechlichkeit die von Liebe, Leidenschaft und Tod handelnden Lieder aus einer sehr persönlichen und eher intimen Sicht. Diese Gedichtvertonungen im Zusammenhang mit etwa romantischer Empfindung oder den zur damaligen Zeit beliebten Naturbeschreibungen empfindet der Zuhörer oftmals authentischer und gerade im leiseren Bereich differenzierter.

Dass es sich lohnt die Schätze der Gattung Gitarrenlied aus diesen Jahren zu heben, zeigen die Konzertabende des Liedduos Knut Schoch und Carsten Linck, die vom Publikum wegen ihrer unmittelbaren Frische und Intensität stets begeistert aufgenommen werden. Die Programme beinhalten sowohl originale Kompositionen um 1800 als auch stilgerechte Bearbeitungen von Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Franz Schubert, Felix Mendelssohn Bartholdy bis hin zu Johannes Brahms.

Ihre fesselnden Konzertauftritte, angereichert mit kurzen Informationen zum Werk und Komponisten, geben einen eindrücklichen Einblick in selten gehörtes, aber spannendes Repertoire. Zudem laden die Transkriptionen – etwa im Zyklus „Die schöne Müllerin“ von Franz Schubert – dazu ein, neue Sichtweisen in altbekannten Werken zu entdecken.

Carsten Linck spielt bei diesen Liederabenden auf einem Nachbau einer Gitarre von Johann Georg Staufer aus dem 19. Jahrhundert, die klanglich einem Hammerflügel aus der Zeit sehr ähnlich ist. Da die Gitarre im Stehen gespielt wird, kann in einer freien, erzählenden Art musiziert werden, was die Aufführung für das Publikum sehr lebendig werden lässt.

Knut Schoch (Tenor) studierte an der Musikhochschule Hamburg bei Wilfried Jochens und vervollkommnete seine Studien in diversen, so bei Jill Feldman, Ian Partrige, James Wagner und Hartmut Höll. Sein großes, breit gefächertes Repertoire spannt einen Bogen von Werken des Mittelalters bis zu Uraufführungen zeitgenössischer Musik. Besonderen Raum nehmen hier neben dem Bereich Oratorium auch die Kammermusik und die barocke und klassische Oper (C. Monteverdi: Orfeo; R. Keiser: Pomona, Andonis, Janus, Claudius; A. Campra: L‘europe galante; W. A. Mozart: Entführung, Zauberflöte, u.a.m.) ein.

Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Musik vor 1800 in Verbindung mit historisch orientierter Aufführungspraxis. So machte er sich einen Namen als Interpret der Kantaten und Oratorien von Bach (Evangelist), Händel und Zeitgenossen. Durch die wortbetonte Arbeit in diesem Genre ist er prädestiniert auch für die Arbeit am romantischen Lied, dem seine besondere Aufmerksamkeit und Liebe gilt: er arbeitet seit vielen Jahren mit dem Pianisten Johannes Debus im festen Liedduo an immer neuen Programmen von Beethoven bis Britten, spielte mit dem Gitarristen Carsten Linck Schuberts „Die schöne Müllerin“ ein oder stellte mit Eckart Begemann am Hammerflügel z. B. die bekannten Schubertzyklen vor.

Konzertreisen und Gastspiele bei internationalen Festivals wie etwa die Göttinger Händelfestspielen, Schleswigholstein-Festival, in München (Opernfestspiele) Settimane Bach/Milano, Flandern-Festival, Utrecht, Paris, Lyon, Kopenhagen, Folles Journées oder den Wiener Festwochen führten Knut Schoch durch ganz Europa sowie nach Amerika und Asien.

Zahlreiche Rundfunk- und Fernsehaufnahmen bei vielen europäischen und außereuropäischen Sendern belegen die große Künstlerische Bandbreite seiner Tätigkeit, die auch auf über 80 CD-Produktionen (u.a. bei Acanthus, Brillant Records, cpo, capriccio, Deutsche Harmonia Mundi, Naxos, Sony) dokumentiert ist. Preisträger war Knut Schoch u.a. 1999 beim renomierten internationalen Concours Musica Antiqua in Brügge/Belgien. Er arbeitete mit namhaften Dirigenten (wie z.B. Ivor Bolton, Thomas Hengelbrock, Konrad Junghänel, Ton Koopman, Sigiswald Kuijken, Gustav Leonhardt, Herman Max, Peter Neumann, Joshua Rifkin) zusammen.

Seit 1993 ist Knut Schoch Gesangsdozent am Hamburger Konservatorium und hatte von 1999-2002 eine Professur für Gesang an der Hamburger Musikhochschule.